Wie das amerikanische Bankensystem unsere Auszubildenden verwunderte

Es war eine Reise der Entdeckungen - ein Trip, den niemand in seinem Leben vergessen wird, fast 7000 Kilometer von der vertrauten Heimat entfernt. Wie in jedem Jahr fand vom 02.- 26.10. 2015 der USA-Austausch zwischen der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule und dem Lakeshore Technical College in Cleveland/Wisconsin statt. Unsere Auszubilden Jonathan Baumert und Robin Urban warfen sich hinein ins große Abenteuer.

Zusammen mit Auszubildenden der benachbarten Genossenschaftsbanken gingen gleich sieben angehende Bankkaufleute zusammen auf Reisen. Neben großen Burgen, tollen Touren quer durch den US-Bundesstaat Wisconsin und großartigen Erfahrungen im Umgang mit der Fremdsprache Englisch, lernten sie das amerikanische Bankensystem kennen. In drei verschiedenen Banken durften sie direkt hinter die Kulissen schauen. Die Neugierde war selbstverständlich groß, denn andere Länder haben bekanntlich auch andere Sitten. Auf was unsere Neubanker tatsächlich trafen, verblüffte jeden Zuhörer. Es war eine Reise in die Vergangenheit. Wo es bei uns doch schon längst um die neusten Techniken wie Geld abheben mit dem Smartphone oder Banking von zu Hause aus geht, wird auf unserem Nachbarkontinent erstmals über die Einführung eines Chips auf der Bankkarte nachgedacht - eine für uns alltagsübliche Gewohnheit. Auch der gute alte Tresen zwischen Kunde und Bankmitarbeiter ist noch vorhanden. "Seit ich denken kann, ziehe ich meine Kontoauszüge am Auszugsautomaten. In den USA lassen sich die Kunden ihre Kontostände teilweise noch in Hefte eintragen um auf dem neusten Stand ihrer Finanzen zu sein", teilte Robin Urban nach der Rückkehr seinen interessierten Kollegen mit. Doch woran liegt es, dass die sonst so innovativen Amerikaner beim Thema Bank noch auf so veraltete Arbeitsweisen zurückgreifen? "Die Angst vor Veränderung ist bestimmt ein großes Problem", begründete Jonathan Baumert. "Wir haben uns mit vielen Angestellten in den verschiedenen Banken unterhalten und alle sagten dasselbe. Sie selbst halten unsere Techniken für sinnvoller und einfacher, sowohl für den Kunden, als auch für den Mitarbeiter, doch Veränderungen lassen sich nur sehr langsam durchsetzen, es ist die Angst vor Neuem. Die Einführung des Chips ist schon ein großer Schritt in die Zukunft! Junge Menschen kennen dort kaum noch Banken von innen und zahlen bargeldlos mit ihrer Kreditkarte. Die Kunden, die tatsächlich in die Bankfilialen hineingehen, sind hauptsächlich ältere Menschen."

Ein weiteres Highlight: Der Autoschalter! Das was wir ausschließlich von großen Fastfood-Ketten kennen, wird bei den Amerikanern im Bankenalltag genutzt. Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit dem Auto an eine Sprechanlage, sagen wie viel Geld sie benötigen und legen ihre Bankkarte zusammen mit ihrem Personalausweis in eine Dose. Nun stellen Sie diese in eine Öffnung in einem großen Rohr und anschließend wird sie zusammen mit dem Inhalt ins Bankgebäude befördert. Dort wird der Inhalt sorgfältig geprüft und anschließend die gewünschte Geldmenge wieder zurück durch das Rohr zum Kunden geschickt. Für uns war das unvorstellbar.

So unterschiedlich können zwei Systeme sein und manch einer wird sich wundern, wie modern das Banking in Deutschland doch ist und wie zukunftsorientiert gegenüber anderen Ländern gedacht wird. Unsere beiden reisefreudigen Auszubildenden werden dieses große Abenteuer auf jeden Fall nie vergessen!