Für jeden war etwas dabei

Beim Neujahrskonzert der VR-Bank Schwalm-Eder brillierten Sänger und Orchester

HOMBERG/FRITZLAR. Beim Neujahrskonzert der VR-Bank Schwalm Eder war für jeden Geschmack etwas dabei: Musik aus Opern, Operetten, Klassiker der Salonmusik und Filmmusik begeisterte das Publikum am Samstag in der Stadthalle in Fritzlar und am Sonntag in der Stadthalle in Homberg.

Ein spielfreudiges Leipziger Symphonieorchester unter der Leitung von Juri Gilbo, eine außergewöhnliche Moderation und zwei hervorragende Sänger schenkten dem Publikum einen abwechslungsreichen und schwungvollen Abend.    

Los ging es mit einer rasant gestalteten Ouvertüre aus „Figaros Hochzeit“ von Wolfgang  A. Mozart. Sopranistin Diana Petrova stellte sich mit derArie der Königin der Nacht aus der „Zauberflöte“ vor: Ihr perlend leichter Koloratursopran erreicht spielend die geforderten
Höhen. Mit schönem Bass folgte Igor Storozhenko, der zuerst die Arie des Bartolo „La vendetta“ aus Figaros Hochzeit sang. Schon da gab es Beifallsstürme vom Publikum. Sowohl
Petrova als auch Storozhenko erwiesen sich als sängerisch wie spielerisch wandelbar, als sie im Laufe des Konzerts in unterschiedlichste Rollen schlüpften. Eine kokette Rosina aus dem Barbier von Sevilla von Gioacchino Rossini, eine unterwürfig-bittende Tochter aus Giacomo Puccinis „Gianni Schichi“ wurde von Petrova ebenso überzeugend interpretiert wie eine herrlich agierende Puppe aus Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“.Für Storozhenko gab es erste „Bravo“-Rufe, als er „Die Verleumdung“ des Don Basilio aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ klagend vortrug. Es folgten unter anderem mit tiefem Bass die Arie des Falstaff „Das Büblein klein“ aus „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai und verschmitzt die Arie des Tevje „Wenn ich einmal reich wär“ und aus Jerry Bocks „Anatevka“.

Moderator René Giessen (oben) intonierte auf seiner Mundharmonika sogar einen Flamenco. Der Erlös des Konzerts (5000 Euro) wurde gespendet (wir berichteten).

Das Orchester interpretierte unter anderem die Petersburger Schlittenfahrt von Richard Eilenberg und den Säbeltanz von Aram Chatschaturjan. Stimmungsvoll wurde es, als Moderator René Giessen mit der Mundharmonika auf die Bühne kam und den Solopart zu Enrico Morricones „Spiel mir das Lied vom Tod“ vortrug. Einen Flamenco spielend, erklärte er dann sein Instrument: Es ist durch einen Schieber stimmbar und so für alle Tonarten geeignet.

Dann war das Publikum dran: Es durfte, wie in alten Zeiten im Kino üblich, die Hintergrund- Geräusche zu einer Geschichte machen, während das Orchester die Bagatelle von Josef Rixner musizierte: Reiten, weibliches Seufzen, Küssen und „Hoch“ -Rufe für den Landgrafen, der in Homberg einzog.
Im anschliessend gespielten „Can Can“ von Jacques Offenbach klatschten die Zuhörer begeistert den Rhythmus mit. Und als am Ende Sängerin und Sänger „Hello, Dolly“ von Jerry
Hermann vortrugen, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr: Es wurde stehend tosend applaudiert, und erst nach zwei Zugaben war das Konzert in Homberg zu Ende.

Von Agnes Dürr

Sie sorgten für Beifallsstürme
beim Neujahrskonzert
in Homberg und
Fritzlar: Sopranistin Diana
Petrova (links) und
Bass Igor Storozhenko
(rechts) waren die Gesangssolisten,
dazu spielte das Leipziger Symphonieorchester unter der Leitung von Juri Gilbo.