Drei VR-Banken wollen zu einer verschmelzen

Gespräche haben begonnen – Ziel ist eine große Bank im Kreis

VON ULRIKE LANGE-MICHAEL

SCHWALM-EDER. Aus den drei genossenschaftlichen, regional verwurzelten Instituten VR-Bank Schwalm-Eder, VR-Bank Chattengau und Raiffeisenbank Borken soll im nächsten Jahr eine große Bank für den Schwalm-Eder-Kreis werden. Das kündigten am Freitag die Vorstände der drei Geldinstitute gegenüber der HNA an.

„Wir kooperieren schon seit über einem Jahr in einigen Bereichen“, sagte Thomas Völker (Gudensberg), jetzt habe man sich entschlossen, über eine tatsächliche Verschmelzung zu verhandeln. Die traditionsreichen Banken handelten nicht aus der Not heraus, sondern seien wirtschaftlich gesund. Sie wollten mit der Fusion auf die gestiegenen Anforderungen an  Geldinstitute rechtzeitig reagieren, sagte Anja Kukuck-Peppler (Homberg).

Ziel sei es, eine starke regionale Genossenschaftsbank zu schaffen, die ihre bekannten Stärken ausspielen und gleichzeitig neue Dinge entwickeln könne, betonte Stefan Kördel (Homberg).

„Die regionale Verbundenheit bleibt wie bisher bestehen, sie ist uns besonders wichtig“,  ergänzte Wolfgang König (Borken). Alle sechs Vorstände bekräftigten, dass es keinen Abbau von Filialen geben solle. Auch bei den Mitarbeitern wolle man keine Einschnitte machen. „Sie sind unser Kapital“, sagt Kai Mardorf (Gudensberg), das Gesicht der Bank. Zudem werde man für ein neues größeres Geldinstitut jeden Mitarbeiter benötigen. „Es steht uns viel Arbeit
bevor“, betonte Christof Wehrum (Borken).

Die geplante Bank wird, wenn die Fusion klappt, den größten Teil des Schwalm-Eder-Kreises abdecken. An den Gesprächen nicht beteiligt ist die VR-Bank Spangenberg-Morschen. Im Süden des Landkreises (Schwalm) bietet die VR-Bank Hessenland mit Sitz in Alsfeld ihre Dienste an. Sie ist von den Fusionsplänen nicht betroffen. HINTERGRUND, ZUM TAGE, NÄCHSTE SEITE

HNA vom 20. Februar 2016

Sie verhandeln über die Fusion: von links die Vorstände Stefan Kördel, Anja Kukuck-Peppler (VR-Bank Schwalm-Eder), Wolfgang König, Christof Wehrum (RB Borken) sowie Thomas Völker und Kai Mardorf (VR-Bank Chattengau). Foto: ula

Hintergrund

Mitglieder müssen dann entscheiden

Die Verhandlungen über den Zusammenschluss der drei Genossenschaftsbanken haben jetzt begonnen. Ziel ist es, im Jahr 2017 nur noch eine einzige VR-Bank für den Bereich zwischen Körle, Melsungen, Niedenstein, Gudensberg, Wabern, Fritzlar, Homberg, Borken bis Frielendorf zu haben. Die neue Bank, für die es noch keinen Namen gibt, wird dann (Stand 2015) voraussichtlich 295 Mitarbeiter haben, eine Bilanzsumme von 1,341 Milliarden Euro, 1,535 Mrd. Euro Kundeneinlagen und 37 235 Mitglieder. Diese Mitglieder müssen in General- bzw. Vertreterversammlungen letztlich mit Dreiviertelmehrheit entscheiden, ob es zum Zusammenschluss kommt oder nicht. (ula)