93,7 Prozent für die Fusion

Generalversammlung in Sporthalle: Erste Hürde für VR-Partnerbank ist genommen

Eindeutige Mehrheiten: Bei den offenen Abstimmungen sprachen sich die Mitglieder der VR-Bank Chattengau für die Verschmelzung mit der VR-Bank Schwalm-Eder aus. Foto: ula

GUDENSBERG. Es gab zwar auch kritische Stimmen zur Verschmelzung der VR-Bank Chattengau mit der VR-Bank Schwalm-Eder, aber sie waren eindeutig in der Minderheit. In der Generalversammlung der Chattengau-Mitglieder in Gudensberg stimmten am Mittwochabend letztlich 895 Mitglieder mit Ja, 60 mit Nein, zwölf enthielten sich.

„Damit haben wir 93,7 Prozent und die erforderliche Mehrheit von mindestens 75 Prozent der Stimmen erreicht“, sagte nach fast vierstündiger Sitzung ein erleichterter Aufsichtsratsvorsitzender und Versammlungsleiter Helmar Pflock.

Zuvor hatten die beiden Gudensberger Bankvorstände Thomas Völker und Kai Mardorf den Jahresbericht für 2016 vorgetragen. Darin betonten sie erneut, dass die Niedrigzinsphase das Ergebnis der Bank zwar schmälere, man aber doch ein ordentliches Ergebnis erreicht habe. Für die Zukunft könne jedoch eine deutlich größere Bank wie die geplante die vielen Aufgaben besser bewältigen. „Die Verschmelzung ist der richtige Schritt“, sagten sie. Dem Geschäfts- und Prüfbericht, dem Jahresabschluss und der Verwendung des Überschusses aus 2016 stimmten die Mitglieder einstimmig zu. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet.

In einer ausführlichen Erläuterung stellten dann Mardorf und Völker den Verschmelzungsvertrag vor und nannten die Gründe für die Entscheidung zur Fusion.

Im Wesentlichen sind das:

• das bessere Standing einer größeren Bank im Wettbewerb bei zurückgehenden Erträgen, man könne Kosten sparen durch Vermeidung doppelter Aktivitäten und Erträge verbessern durch spezialisierte Kundenberater;

• der zunehmenden Regulierung mit vielen Aufsichtsregeln kann eine größere Bank besser begegnen;

• Sicherung des Standortes einer regional ausgerichteten Bank im Schwalm-Eder-Kreis mit engem Kontakt zu Kunden und Mitgliedern. Kompetente Mitarbeiter sollen auch künftig für schnelle Entscheidungen vor Ort sorgen.

Kritik gab es aus dem Publikum, weil es sich um eine „Übernahme“der kleineren durch die größere Bank handele. Zudem solle man nicht ohne Not die Selbstständigkeit aufgeben, hieß es. Die Argumente der Vorstände setzten sich letztlich durch. Wenn am 30. Mai in Melsungen die Vertreterversammlung der VR-Bank Schwalm- Eder zustimmt, wird die neue VR-Partnerbank rückwirkend zum 1. Januar 2017 auf die Füße gestellt. (Autor: Ulrike Lange-Michael)

 

Die Vorstände der beiden Banken: von links Thomas Völker, Stefan Kördel, Anja Kukuck-Peppler und Kai Mardorf. Foto: ula

Bank in Zahlen

Deutlich größer
Geschäftsstellen bleiben

Wir kaufen uns kein Risiko ein!“ Das betonte Thomas Völker bei der Vorstellung der neuen VR-Partnerbank in Zahlen. Für beide Institute gelte das A-Rating bei der Bewertung, 94 Prozent der Kredite seien bedenkenfrei.

1,14 Milliarden Euro beträgt die gemeinsame
Bilanzsumme der künftigen Partnerbank (Chattengau: 382 Mio. Euro).

16 Geschäftsstellen wird es in dem Bereich von Niedenstein bis Melsungen
und Homberg geben, genau wie bisher. Es gibt keine Schließungen (Chattengau: 9).

121,3 Mio. Euro beträgt die Eigenkapitalausstattung der neuen Bank (Chattengau: 50,5 Mio. Euro).

232 Mitarbeiter sind künftig bei der VR-Partnerbank beschäftigt, davon 17 Auszubildende (Chattengau: 80 und 4).

30 758 Mitglieder wird die neue Bank haben. Ihre Anteile haben künftig einen wert von 50 Euro (bisher 100 Euro). Die maximale Zahl der Anteile pro Mitglied muss noch festgelegt werden (bisher 10).

65 000 Kunden wird die Bank künftig betreuen (Chattengau: 22 000). (ula)

 

Personalien

MANFRED MOMBERG (66) aus Wabern-Unshausen wurde am Mittwoch in der Generalversammlung der VR-Bank Chattengau aus dem Aufsichtsrat der Bank verabschiedet. Er gehörte dem Gremium 20 Jahre lang an und leistete ehrenamtliche Arbeit. Dafür wurde er von Jörg Dautermann vom Genossenschaftsverband mit der Ehrennadel des Verbandes in Silber ausgezeichnet. Momberg bezeichnete die 20 Jahre als sehr erfolgreich und bedankte sich für das Vertrauen der Mitglieder. Dem neuen Aufsichtsrat gehört er nicht mehr an, er konnte aus Altersgründen nicht wiedergewählt werden. Turnusgemäß wieder als Aufsichtsräte gewählt wurden Jürgen Düsterhöft (Edermünde-Grifte), Thomas Otto (Wabern) und Armin Wollrath (Fuldabrück-Dörnhagen). (ula)

 

Artikel vom 19.05.17 aus der HNA