Musik voll Temperament

Musik voll Temperament

Neujahrskonzert in der Homberger Stadthalle mit Ungarischer Kammerphilharmonie

Großer Erfolg: Homberger Neujahrskonzert mit der Ungarischen Kammerphilharmonie unter dem Leiter Antal Barnás und den Solisten Katerina Beranova und Claus Durstewitz.

Fotos: Dürr

Von Agnes Dürr

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HOMBERG.

Mit tosendem Applaus, rhythmisch Zugaben fordernd, endete am Sonntagabend das Neujahrskonzert der VR-Bank Schwalm-Eder in der Stadthalle in Homberg. Dort musizierte die Ungarische Kammerphilharmonie unter dem Leiter Antal Barnás. Als Solisten sangen der lyrische Tenor Claus Durstewitz und die Koloratursopranistin Katerina Beranova. Mit Musik aus dem 19. Jahrhundert rund um die Strauß-Dynastie begeisterten die Musiker. Schon mit dem Beginn, der Ouvertüre aus Gioachino Rossinis „Die diebische Elster“, stellte sich das Orchester als versierter Klangkörper mit hervorragenden Solisten vor. Temperamentvoll und präzise dirigiert Barnás die Musiker, die jede Regung, jede Tempoänderung mühelos interpretierten. In kleinen Gesten erklangen einzelne Instrumente solistisch hervor, um sofort wieder mit dem Klang zu verschmelzen oder anderen Soli Raum zu geben.

Gespickt mit witzigen Geschichtchen führte der Leiter durchs Programm, wobei er den Zuhörern viel Hintergrundwissen zur Musik vermittelte. Mit Charme und innerem Glühen für die Musik eroberte Beranova die Herzen. Ihr Sopran ist geschmeidig, leichte Koloraturen und Triller, treffsicher bis in höchste Töne. Sie lebt die Musik, stellt sich ihr ganz als Klangkörper zur Verfügung, kann so jeder Stimmung Ausdruck verleihen, ob klagend oder neckisch. Humorvoll sang sie die Arie der Olympia aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach als Aufziehpuppe, deren Motor öfter nachgezogen werden muss. Durstewitz stellte sich mit klangvollem, auch wandelbaren Tenor als tragischer Cavaradossi aus Giacomo Puccinis Tosca vor, und wechselte danach gleich im Duett zur Walzerseligkeit: „Tanzen möcht’ ich“, das berühmte Duett aus der Czardasfürstin von Emmerich Kálmán.

 

Verschmelzend zu einer Einheit in den Stimmen und im Herzschlag gelang dem Ehepaar eine wundervolle Interpretation. Die Ouvertüre zu Carmen (Georges Bizet) eröffnete eröffnete den zweiten Teil, es folgten heitere Stücke aus Operetten von Franz Lehár. Einem rasend musizierten „Perpetuum Mobile“ von Johann Strauß folgten der Donauwalzer („Die heimliche Nationalhymne der Österreicher“, so Barnás) und der Radetzky-Marsch. Angeregt durch die beiden Solisten, die sich im Publikum Tanzpartner suchten, wagten sich einige Paare und tanzten zum Wiener Walzer.

Nach zwei Zugaben gab es noch einen Höhepunkt: Konzertmeister László Nyárí spielte das Solo im Czardas von Vittorio Monti: so temperamentvoll rasend und espritvoll schluchzend, da hielt es keinen Besucher mehr auf dem Platz.