Die Lage ist absolut solide

VR-Bank Schwalm-Eder blickt auf gutes Jahr zurück – und auf die Fusion nach vorn

Haben Grund zum Strahlen: Stefan Kördel (Melsungen) und Anja Kukuck-Peppler (Willingshausen) bilden den neuen Vorstand der VR-Bank Schwalm-Eder – und blicken auf ein richtig gutes Geschäftsjahr zurück, wie sie bei der Vorstellung der Bilanz sagten. Foto: Brandau

VON CLAUDIA BRANDAU

SCHWALM-EDER. Diese Bilanz haben Stefan Kördel und Anja Kukuck-Peppler mit großer Gelassenheit präsentiert: Das Jahr 2015, so das Fazit der beiden Vorstände der VR-Bank, sei ein „richtig gutes Jahr“ gewesen.


? Die Bankenwelt klagt über die niedrigen Zinsen, über den demografischen Wandel, über fehlenden Nachwuchs. All das macht doch garantiert auch der VR-Bank zu schaffen?

! Ja, sicher. Das Hauptgeschäft aber laufe gut, sagt der Vorstand: Vor allem die starke Nachfrage nach Immobilien und damit nach Krediten sei ein prima Wachstumstreiber. Auch die Zahl der Mitglieder sei deutlich gestiegen – ein positives Zeichen, das die Bank als großen Vertrauensbeweis ins genossenschaftliche Modell wertet.


? Die Niedrigzinsphase geht aber nicht folgenlos an der VR-Bank vorbei, oder?

! Nein, natürlich nicht. Der Bank geht es bei den Spareinlagen genau wie den Kunden auch: Ihre Erträge sinken. Bislang habe man aber auf die gute Basis der Vergangenheit zurückgreifen können, sagen Kördel und Kukuck-Peppler. Die Vermögenslage sei solide, der Qualitätsanspruch hoch, das Ergebnis nach wie vor gut.

? Und wie geht es nun mit der Bank und den niedrigen Zinsen weiter?

! Erst einmal ganz gelassen. Es habe schließlich niemand Erfahrung mit einer langen Niedrigzinsphase, sagt Stefan Kördel. Nur eines sei klar: Diese Zeiten forderten von der Bank und allen Mitarbeitern eine große Veränderungsbereitschaft. „Die Zeiten verlangen eine größere Dynamik und ein höheres Tempo,“ sagt Kukuck-Peppler. Nicht umsonst laute das neue Moto „Die Bank, die schnell geht, die begeistert und erstaunt.“

? Und das heißt jetzt im Klartext?

! Beispielsweise soll schneller über Kredite entschieden werden. Generell will die Bank den Kunden höheres Tempo und viele Neuheiten bei Online-Angeboten bieten.

? Welche Neuheiten sind das denn?

! Im zweiten Halbjahr soll es Video-Banking und Live-Chats geben, außerdem können Kunden schon jetzt Bargeld mit dem Handy vom Automaten abheben.

? Heißt das, dass Mitarbeiter entlassen werden?

! Nein, sagt der Vorstand, ganz sicher nicht. Die VR-Bank setze zwar auf neue Angebote, aber auch auf bewährten Service. So wurde gerade die Zahl der Berater vor Ort aufgestockt, zudem sollen die Mitarbeiter künftig auch besser telefonisch erreichbar sein. Das Ziel der VR-Bank sei klar, sagt der Vorstand. Sie wolle weiterhin nicht nur gut mit den Kunden, sondern auch mit den Mitarbeitern umgehen. Denn ohne die gehe gar nichts.

? Und was ist mit der geplanten Fusion 2017?

! Die soll vieles bewirken. Vor allem, dass damit quasi eine Genossenschaft entsteht, die den ganzen Landkreis abdeckt. Sie soll Erträge erhöhen und Kosten senken. Die Fusion ist für den Vorstand damit vor allem eins: Ein logischer Schritt nach vorne

Aus der HNA vom 05. Juli 2016

Er sagte beim Abschied Servus: Werner Bähr aus Böddiger (2. von links) wurde aus dem Aufsichtsrat der VR-Bank Schwalm-Eder verabschiedet. Von links Aufsichtsratsvorsitzender Herbert Bringmann, Werner Bähr, Anja Kukuck-Peppler, Stefan Kördel. Foto: nh

HINTERGRUND

VR-Bank in Zahlen

Bilanzsumme 2015: 775,3 Mio. Euro (2014: 737,5 M.)
Kundenvolumen 2015: 1,45 Mrd. Euro (2014: 1,42 Mrd.)
Kundeneinlagen 2015: 878 Mio. Euro, (2014: 871 Mio.)
Kundenkredite 2015: 576Mio. Euro, (2014: 556 Mio.)
Mitglieder 2015: 21 655, (2014: 21 251)
Mitarbeiter 2015: 159 Mitarbeiter, 17 Azubis und drei Langzeitpraktikanten, (2014: 161, 18 Azubis und drei Praktikanten)
Spenden und Vereinsförderung 2015: 190 000 Euro (2014: 200 000 Euro)